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Mein Hörtipp: Florian Ross / Lucas Leidinger: „Checks & Balances“

Mein Hörtipp: Florian Ross / Lucas Leidinger: „Checks & Balances“

So klingt es also, wenn Lehrer und Schüler zusammen Musik machen? Nun, ganz so einfach ist es dann wohl doch nicht. Der Kölner Pianist und Hochschullehrer Ross und sein ehemaliger Schüler Leidinger kennen und schätzen sich heute erkennbar als gleichberechtigte Musiker und das hört man dem Album an. Die beiden spielen fast ausschließlich freie Improvisationen, zwei eigene Kompositionen jeder der beiden Musiker und einen Song von Joni Mitchell.

Dieses Werk stellt etwas dar, was heute selten geworden ist. Ein echtes sich selbst erklärendes, in sich schlüssiges und dennoch unglaublich abwechslungsreiches Album. Egal, ob die beiden in freiere improvisatorische Sphären miteinander einen immer neuen gemeinsamen Weg gehen, oder ob sie beide in einen durch die 2 (zum Teil präparierte) Klaviere zum Teil musikalisch überwältigenden Dialog treten, bei dem die Songs sich wie von selbst zu entwickeln scheinen. Nicht die Technik, die zweifelslos gegeben ist, sondern die ganz bewussten Töne und Inhalte sind es, die die beiden manches Mal wie nur ein einziges Instrument klingen lassen. Die Stücke sind von einer subtilen Schönheit und einer inneren Spannung geprägt, die die Zuhörer:innen fesselt und zum konzentrierten Hören zu zwingen scheint. Es ist aber kein Zwang, es ist das stetig steigende eigene Interesse daran, wie sich die Songs jeweils entwickeln werden.

Hier erschaffen zwei Pianisten aus unterschiedlichen Generationen eine klanglich ganz besondere Atmosphäre und im Ergebnis eine großartige CD mit Musik, die einen entspannt, aber auch die Aufmerksamkeit einfordert, um einen mit so unglaublich vielen kleinen und intensiven musikalischen und akustischen Nuancen belohnt. 

Toy Piano Records TPR 202101

Mein Hörtipp: Lancy Falta: „Lancy Lot“

Mein Hörtipp: Lancy Falta: „Lancy Lot“

Ich gebe es zu, ich kannte Lancy Falta nicht. Heute bin sehr glücklich darüber, dass es nun anders ist. Der Grund: Sein neues Album: „Lancy Lot“

Der 1965 in Memmingen geborene Gitarrist kommt aus dem Reinhardt Clan und erlernte das Spielen von seinem Vater Bobby, einem bekannten Gypsy Jazzgitarristen. Seine Berufsstationen sind beeindruckend, spielte er doch u.a. mit Joe Pass, Chaka Khan oder Joe Zawinul.

Auch seine Mitspieler sind sehr bekannte Musikergrößen mit ebensolchen Erfahrungen. Da wäre Koono an den Keyboards, der u.a. mit Dennis Chambers, Peter Erskine und Dave Grusin spielte. Am Bass dabei ist der Spanier Carles Benavent, der u.a. mit Miles Davis, Quincy Jones, Pat Metheny und Randy Brecker spielte. Und schließlich am Schlagzeug der 1944 in Peru geborene Alex Acuna, der u.a. Elvis Presley, Diana Ross, Weather Report, Carlos Santana und U2 in seinem Werdegang verzeichnen kann.

Nun, wenn man diese Garde von Musikern sieht, verwundert es nicht, dass hier ein wirklich tolles Album vorliegt. Eines bei dem übrigens die meisten Stücke tatsächlich schon 1992 aufgenommen wurden und erst in diesem Jahr um aktuelle Stücke ergänzt wurde.

Die CD ist großartig und extrem abwechslungsreich, was sicherlich zum Teil auch an den „alten“ Stücken liegen wird. Dennoch: Das ist feinster Gitarrenjazz, der u.a. an die große Fusionzeit von Chick Corea erinnert. Ganz großartig spielt Benavent, der weit mehr als die Rhythmusarbeit übernimmt und immer wieder mit kurzen wunderbaren individuellen Linien seine ganz persönlichen „Noten“ mit einbringt, während Acuna immer als sicheres Fundament der Gruppe allen einen perfekten Halt gibt. Und über allem „schwebt“ Falta, der, gerade in den älteren Aufnahmen, nicht selten an Pat Metheny in seinen früheren Jahren erinnert.

Technisch herausragende Musiker, die ganz offensichtlich großen Spass an der gemeinsamen Musik haben, sich erkennbar und hörbar gut verstehen und die dem Zuhörer ebenfalls ein großes Vergnügen bereiten wollen und das auch schaffen. Ein sehr gutes Album, dass einem diesen Sommer etwas schöner gestalten kann.

Unbedingt anhören!

Galileo Music Communication, 2021

Mein Hörtipp: Lancy Falta: „Lancy Lot“

Am 23.07 erscheint ein neues Album von Lancy Falta!

Lancy Falta erlernte im Alter von 10 Jahren das Gitarrenspiel von seinem Vater Bobby Falta, mit dem er später das Falta Duo gründete. Mittlerweile gehört Lancy zu den versiertesten und virtuosesten Gypsy Jazz Gitarristen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Mit Alex Acuña, Carles Benavent und Kuno Schmid hat er dieses Album teilweise in New York und in Ludwigsburg aufgenommen. Lancy Falta spielte hier Eigenkompositionen ein – außer „For Django“ – die auf seinen Reisen in verschiedene Länder und Kulturen entstanden sind. Daher auch die Auswahl der Musiker, die auf dem Album zu hören sind.

Quelle:

https://galileomusic.de/