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Videotipp: Genesis Live 1973!

Videotipp: Genesis Live 1973!

Hier ein Videotipp eines Konzerts von Genesis am 10.01.1973 in Paris. Ein klanglich, bild-technisch und musikalisch toller Rückblick in die Geschichte dieser großartigen Band. Und in der „einzig wahren“ Besetzung…

Quelle: https://www.youtube.com/channel/UCPJ6zgKXZIAOdkMM-yqMgYQ

Zum Todestag von Art Dudley

Zum Todestag von Art Dudley

Vor einem Jahr starb nach kurzer schwerer Erkrankung der amerikanische Musik- und (Hifi-) Testautor Art Dudley. Für viele Musikliebhaber*innen und Audiophile weltweit war er immer eine wichtige Stimme, sowohl als Kritiker, als auch als erfahrener und kompetenter Autor. Er hatte nicht nur ein enormes Fachwissen und einen wunderbar weitreichenden Musikgeschmack, sondern die seltene Fähigkeit praktisch jeden für Musik und eine bestmögliche Wiedergabe durch besonders klangstarke Geräte und Lautsprecher zu begeistern. Diese für uns alle zu finden, war seine selbst gesetzte Aufgabe. Und das alles zudem in der absolut einmaligen Art und Weise, in der er seine Berichte und Testergebnisse verfasste. Selbst wenn man persönlich zu einem Testgerät eine ganz andere Ansicht hatte, musste man die Berichte einfach lieben. Nicht selten „überdachte“ man nach dem Lesen seine eigenen Meinungen noch mal, denn wenn Art Dudley etwas zu einem Gerät sagte, nahm man dies ernst. Zumindest ging es mir ein paar Mal so, und das lag ganz sicher nicht daran, dass er u.a. Shindoverstärker und Thorens TD 124 Plattenspieler so sehr schätzte, wie ich selbst.

Art Dudley war ein sehr sympathischer Mensch, ein Kenner seines Fachs und ein absolut authentischer und ehrlicher Test-Autor. Eigenschaften, die man heute leider nicht mehr so häufig antrifft. Er hinterlässt eine große Lücke.

Falls Sie Art Dudley wider Erwarten doch nicht kennen sollten, hier ein paar Lese- und Video-Tipps zu seiner Person und seiner Arbeit.

Hier ein wunderbares Video von und mit Art Dudley, welches ihn sehr schön in seiner so einmaligen Art zeigt:

Art Dudley hat übrigens im Jahr 2008 eine englische (vorherige) Auflage des von mir hier im Blog und im ersten Video besprochenen Buches von Joachim Bung (Schweizer Präzision) wunderbar rezensiert:

https://www.stereophile.com/reference/408swiss/

Hier noch ein paar interessante Tests:

Garrard 301

https://www.stereophile.com/content/listening-204-new-garrard-301

Shindo Cortese

https://www.stereophile.com/content/listening-206-shindo-cortese-amplifier

Luxman Vorverstärker CL 1000

https://www.stereophile.com/content/listening-209-luxman-cl-1000-preamplifier

Und hier schließlich einer der zahlreichen Nachrufe, der deutlich macht, wie sehr er fehlen wird:

Stereophile Magazin

https://www.stereophile.com/content/art-dudley-rest-peace

Mein Hörtipp: Tilo Weber & Four Fauns: „Faun Renaissance“

Mein Hörtipp: Tilo Weber & Four Fauns: „Faun Renaissance“

Endlich ist sie da und ich bin sogar der erste, der die LP frisch aus dem Werk hören und dann auch gleich besprechen darf! Das freut mich natürlich ungemein, Danke Dir Tilo! Ach so, Sie wollen wissen, worüber ich hier eigentlich spreche? Sorry, aber ich war ganz in Gedanken, denn während ich das hier schreibe, dreht sich die direkt aus der Fertigung zu mir gekommene zweite Platte von: Tilo Weber & Four Fauns („Faun Renaissance“) auf meinem Plattenteller.

Und schon das Auspacken macht richtig Spass: “180g / Audiophile Half-Speed Lacquer Cut, Mastered on 4-track tape recorder”. Na, da freut sich nicht nur der Zuhörer, sondern gleich die ganze Wiedergabekette. Es steht mir wohl Großes bevor und ich wurde, soviel schon jetzt, nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Die im Jahr 2020 in den Scoringstage Studios in Berlin Babelsberg aufgenommene Platte steht auch aufnahmetechnisch und musikalisch der Qualität der Pressung in nichts nach.

Kurz zur Besetzung der Fauns:

CLARINET: Claudio Puntin
TRUMPET: Richard Koch
BASS: James Banner
DRUMS & COMP: Tilo Weber

Ok, schauen wir uns zunächst diese interessanten Musiker mal etwas genauer an:

Der Bandleader, Schlagzeuger, Komponist und Arrangeur Tilo Weber (geboren 1990 in Aachen) lebt und arbeitet in Berlin. Neben seiner Tätigkeit in diesem akustischen Quartett, ist er mit seinem elektronischen Trio „Animate Repose“ (siehe Fotos unten) aktiv (eine Rezension ist hiermit fest versprochen!). Daneben kennen ihn viele u.a. als Musiker im David Friedman Generations Trio (und seinem Quartet), aus der Zusammenarbeit mit der großartigen Clara Haberkamp (siehe auch meine Videohinweise im Blog!) und den Arbeiten mit „Y-Otis“ (Otis Sandsiö). Mit David Friedman gründete Weber übrigens im Jahr 2017 das Independent Label MALLETMUSE RECORDS, bei dem auch dieses neue Werk erscheint.

Dann wäre da der 1979 in Tulln geborene Trompeter Richard Koch, der in vielen Genres und verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen zuhause ist. Sein von ihm selbst gewählter Fokus ist eine unbedingte Körperlichkeit von Musik. Etwas, was man in seinem ganz persönlichen Stil jederzeit hören kann. Koch ist in vielen unterschiedlichen Projekten aktiv, von denen einige die Musik mit anderen Kunstformen (so. z.B. Tanz, Bildende Kunst, Sprache) verschmelzen.

Der dritte im Bunde ist der Klarinettist, Komponist und Produzent Claudio Puntin (geboren 1965 in Zug) der übrigens zudem Goldschmied ist. Puntin bezeichnet den großartigen Dirigenten Sergiu Celibidache als einen seiner wichtigsten Lehrer. Puntin ist ebenfalls in vielen musikalischen und (Kreativ-) Genres tätig und komponiert und produziert u.a. Musik für das Theater, Filme und Hörspiele. Er arbeitete schon mit vielen Musikgrößen zusammen, so u.a. mit Carla Bley und Steve Swallow, Nik Bärtsch, Nils Wogram, Steve Reich und Sebastion Studnitzky, nur um eine wenige zu nennen. Puntin ist mehrfacher Preisträger, u.a. des ersten WDR-Jazz-Preises im Jahr 2004.

Fehlt nur noch der vierte im Bund: James Banner, der aus Dudley (England) stammende und heute in Berlin lebende Bassist. Auch er ist in zahlreichen verschiedenen Projekten im Bereich des Jazz und der improvisierten Musik aktiv, arbeitet sowohl mit vielen Musikgrößen zusammen, als auch mit verschiedenen (Performance) Künstlern. Der Bassist ist eine feste Größe nicht nur in der Berliner Jazz-Szene, sondern auch Gast auf vielen nationalen und internationalen Festivals.

Gut, und was haben uns die 4 Fauns nun feines neues auf ihrem zweiten Werk erstellt?

Zunächst einmal möchte ich kurz noch darauf hinweisen, dass die Pressung der LP wirklich perfekt und das Klangbild ungemein räumlich, extrem dynamisch (grob- und feindynamisch) und mit herausragenden Klangfarben gekrönt ist. Klarinette und Trompete werden jeweils klar, sauber, sehr präzise und dennoch niemals harsch wiedergegeben, der Bass hat eine wunderbare warme Substanz, einen echten Flow und eine direkt die Seele ansprechende Tiefe und das Schlagzeug gibt dem Ganzen eine jederzeit sicher tragende, rhythmische und akustisch ausgeprochen präzise Basis, ohne sich jedoch jemals in den akustischen, spielerischen oder musikalischen Vordergrund drängeln zu wollen.  

Und die Musik? Nun, hier müssen wir etwas ausholen, denn neben 3 eigenen Kompositionen von Tilo Weber, arrangiert dieser hier Komponisten, die man vielleicht nicht unbedingt auf der LP erwartet hätte: So sind dies u.a. Werke von Carlo Gesualdo, Guillaume de Marchant und Giovanni Pierluigi da Palestrina. Oder anders ausgedrückt: Hier trifft Musik der Renaissance und des Barocks (und den so interessanten Übergang der beiden musikalischen Epochen) auf den Jazz und die improvisierte Musik des 21 Jahrhunderts. Aber keine Angst, das hier ist kein unsägliches “Cross Over” oder eine “Ver-Jazzung”alter Meister. Es ist, und das ist bitte als sehr großes Kompliment zu verstehen, die klangliche, musikalische und interpretatorische Transformation dieser großartigen Musik aus vergangenen Jahrhunderten direkt in die heutige Zeit.

Diese Musik ist ungemein abwechslungsreich und dennoch von einer großen gleichbleibenden inneren Spannung getragen. Die Besetzung des Quartetts bietet hier den Musikern immer wieder neuen Raum für das Einbringen eigener musikalischer Ideen und alle 4 nutzen diese auch, ohne jedoch in übertriebene Abstraktionen zu verfallen oder die anderen zu „über-spielen“. Jedes Stück ist völlig anders und die einzige Konstante ist die unglaubliche Fähigkeit der Musiker sich jederzeit dem jeweiligen Stück als festem Gerüst zu unterwerfen, nur um dann wieder jedem einzelnen die Möglichkeit zu geben, sich darin zu entfalten. Dies alles ohne sich jemals selbst mit dem eigenen Beitrag oder der eigenen Virtuosität über die der anderen Musiker stellen zu wollen. Es ist absolut toll, wie es das Quartett schafft, mit einer zum großen Teil eher geringen instrumentalen Dichte eine dennoch so umfassende und voluminöse klangliche Struktur zu erschaffen

Bereits der Opener, „Se la mia morte brami“, zeigt dem Zuhörer, wohin die Reise des Quartetts gehen wird. Von der ersten Sekunde an fesselt der fast schon schwebende Rhythmus jeden, wobei das Stück dabei jederzeit sicher von Weber am Schlagzeug und Banner am Bass getragen wird.  Immer wieder sind es nur zwei oder sogar auch mal nur ein Instrument, das die Geschichte des Stücks ganz alleine und dennoch mit großer Hingabe weitererzählt und vorantreibt. An einigen Stellen klingt es fast wie ein sehr langsamer getragener Trauermarsch, wie man in New Orleans hören kann, dann wiederum sind es feinste musikalische Einfälle und diffizile Ornamente, die geprägt und getragen sind von Pausen und der für jede Musik so wichtigen Phasen der Stille zwischen den Tönen.

Ein gefühlvoller respektvoller Dialog der 4 Künstler, die zudem offenkundig jederzeit den Herausforderungen und der Diktion dieser großen Meister der Renaissance- und Barockmusik gewachsen sind und eine brillante neue Interpretation der Inhalte dieser Werke ins 21. Jahrhundert ermöglichen. Ein atmosphärisch, dichtes und in vielen lyrischen Linien eingebettetes Werk mit einer durchgehend jederzeit sanften, konzentrierten Stimmung und einem fast schon atmenden und von einer wunderbaren melodiösen Spannung geprägtem Rhythmusgeflecht. Faszinierend!

Das ist das mit Abstand spannendste Album, das ich in den letzten 2-3 Jahren gehört habe. Es ist toll, dass es heute gerade bei den kleineren Labels noch so viel unglaublich gute und abwechslungsreiche Musik zu hören gibt. Wir brauchen mehr davon. Gerade auch in diesen schwierigen Zeiten.

Schon jetzt einer meiner Top-Kandidaten für meine ganz persönliche Platte des Jahres 2021!

Unbedingt anhören! Sofort!      

Websites

Künstler    www.tiloweber.com

Label         www.malletmuserecords.com 

LP mm 007 „Faun Renaissance“ direkt bestellen auf:

www.nrwvertrieb.de

Video Singles

Here Comes Everybody   https://youtu.be/Pq9trQ_Zhz4

Kyrie V    https://youtu.be/w9wTYT7u7wE

Canon Couperin https://youtu.be/-zv7c4NLyrg

Hier Infos zu dem u.a. Album Animate Repose:

Animate Repose

DRUMS, COMP. Tilo Weber

VOCALS, GUITARLiv Solveign Wagne

rBASS, PIANOLucas Leidinger

SYNTHESIZERLiz Kosack

SAX Otis Sandsjö

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=-hUKGJ162-M

Teaser: https://soundcloud.com/tiloweber/animate-repose-album-teaser

LIVE Video–A-Trane Release Concerthttps://www.youtube.com/watch?v=NNtI0ghKcEo

Album Single -Silent Maiden: https://www.youtube.com/watch?v=5LDpyh7dvwc

More Infos: www.tiloweber.deLimited Edition 12“ LP, Available on Shoebill-­‐Music.com

Tilo Weber & Four Fauns Bandfoto (© Annika Weinthal)
Tilo Weber & Four Fauns

Tilo Weber & Four Fauns Bandfoto (© Annika Weinthal)

Tilo Weber Animate Repose

Tilo Weber & Four Fauns Bandfoto (© Annika Weinthal)
Tilo Weber Animate Repose

Tilo Weber & Four Fauns Bandfoto (© Annika Weinthal)
Tilo Weber Animate Repose

Les grand fantômes // Yoann Bourgeois

Les grand fantômes // Yoann Bourgeois

In meinem Beitrag vom 25.02.2021, s.u., hatte ich auf die unglaubliche Performance hingewiesen, in der der Pianist Alexandre Tharaud mit dem wunderbaren Künstler, Akrobat und Choreographen Yoann Bourgeois etwas wirklich ganz besonderes erschaffen hat. Bourgeois visualisiert in diesen Film mit seiner außergewöhnlichen tänzerischen Interpretation die Musik Debussys („Clair de Lune“), gespielt von Tharaud, in einer die Zuschauer*innen fesselnden Art.

Hier nun eine weitere wundervolle Arbeit dieses Ausnahmekünstlers, der hier Musik, Literatur, Tanz und Akrobatik in einer faszinierenden Aufführung miteinander verbindet und dabei immer wieder die physikalischen Gesetze völlig außer Kraft zu setzen scheint. Gerade das ist es aber vielleicht auch, dass diesen magischen Fluss seiner Performance in so phantastischer Form unterstützt.

Ein neues Gesamtkunstwerk! Und weiter unten noch eine Liebeseklärung an die für mich noch immer schönste Stadt der Welt: Paris! Aktuell wegen Corona nicht zu besuchen, danach wegen der dann wohl steigenden Preise leider auch nicht…Paris fehlt mir…

Les grand fantômes // Yoann Bourgeois

Hörtipp und Videotipp: Oster-Oratorium von Johann Sebastian Bach

Hörtipp und Videotipp: Oster-Oratorium von Johann Sebastian Bach

Ich wünschen Ihnen ein friedvolles Osterfest. Gerade in diesem Jahr ein wohl für uns alle sehr besonderes Fest. Daher hier nun meine beiden ganz persönlichen Lieblingsversionen des wunderbaren Oster-Oratoriums auf CD/SACD und ein Videotipp mit einem Konzertausschnitt.

  1. Oster-Oratorium und Himmelfahrts-Oratorium mit dem Collegium Vocale Gent und der Leitung von Philippe Herreweghe. Ein 3-er CD Paket mit umfangreichem Booklet, erschienen bei harmonia mundi:

Die zweite Empfehlung und eine ganz andere, gleichwohl sehr spannende Herangehensweise an diese wunderbare Werk, kommt von „La Petite Bande“, geleitet natürlich von Sigiswald Kuijken. Aufgenommen im Jahr 2009 und erschienen bei ACCENT (SACD). Neben der besonderen musikalischen Qualität, ist das für mich klanglich die beste Aufnahme des Oster-Oratoriums.

Und hier der Videotipp mit einer wieder anderen Art der Interpretation des Oster-Oratoriums von Johann Sebastian Bach: Eine Aufnahme des Monteverdi Chors, der English Baroque Soloists unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner, aus dem Jahr 2013 (London, Proms 2013)

Quelle: https://www.patreon.com/classicalvault

https://monteverdi.co.uk/about-us/english-baroque-soloists