Seite wählen
Nachtrag zur neuen WE 300B

Nachtrag zur neuen WE 300B

Ich habe heute eine Nachricht eines Lesers erhalten, die ich nicht verschweigen möchte:

Die Schaltung des neuen WE 91 E ist von Günther Mania aus dem Westend Audio Leo. Hat sich Mania zusammen mit Charles Whitner patentieren lassen.

Dazu ein link zu einem super interessanten und spannenden Bericht von Holger Biermann auf Lowbeats:

www.lowbeats.de/test-westend-audio-leo-300b-innovativer-roehren-amp/

Und hier noch ein witziger Test der WE300B:

Vielen Dank lieber Thorsten für die beiden Tipps!

Western Electric 300B wieder da!

Western Electric 300B wieder da!

Man erzählte es sich schon länger, immer ganz leise und hinter vorgehaltener Hand oder bei abgedunkelter Beleuchtung und zugezogenen Vorhängen in den wahren, echten Röhren-Insider-Zirkeln …aber nun scheint sie wirklich wieder da zu sein:

„DIE“ 300B. Die „originale WE 300B“, das Sehnsuchtsobjekt aller Triodenfans.

ich hatte in meinem ersten Videobericht die Konigin der Trioden, Ihre Geschichte und Ihre „Geschwister“ und ausführlich vorgestellt:

Der schon bei der ersten Wiederauferstehung federführende Mr. C.G. Whitener ist wohl wieder mit dabei und nun anscheinend wirklich (wieder) soweit, die 300B Röhren tatsächlich wieder anbieten zu können. Und nicht nur das: Sehr interessante Kabel (man denke an die echten alten WE-Kabel…) und eine kleine und feine Geräteserie (sieht für mich ein ganz wenig aus wie LM-Audio…) gibt es auch. Für alle, die jetzt schon ganz nervös werden, hier was zur Einstimmung:

https://www.westernelectric.com/

Ja, das sieht alles wirklich sehr spannend aus, insbesondere auch die nun separat angebotene Membran des WE 755 A, einer der beiden für mich besten Laustprecherchassis (siehe auch meinen Bericht über LAUTsprecher…) (wieder LM Audio?)

https://www.westernelectric.com/speaker-cone

Ob die wohl für rund 1700 EUR angebotenen Röhren wirklich klanglich an das Original herankommen, werden Tests sicherlich schnell belegen können. Wichtig ist für mich aber ein weiterer Faktor: Bislang waren die WE 300B nämlich immer auch für ihre zum Teil sehr langen Nutzungszeiten bekannt. Und das ist, gerade bei den Preisen, für mich wirklich sehr wichtig (das wird sich aber erst in vielen Jahren belegen lassen…) und lässt zudem viele andere erst einmal günstigere Angebote, die man aber vielleicht in der Nutzungszeit der WE 300B mehrfach erneuern muss, fast schon alt aussehen…

Also: Guter Klang UND langlebig? Wow, jetzt werde ich auch schon nervös…Ich kann es kaum abwarten, ein Paar in meiner Air Tight ATM 300 zu testen. Sieht das nicht gut aus?:

Hier der Youtubekanal von WE mit weiteren Infos (Danke Thorsten für dieTipps!):

https://www.youtube.com/channel/UCnqk0XSDF_a2FHBfoRqpxuA

Und es wird noch besser, denn hinter dem Vertrieb in Deutschland, Schweiz und Österreich (www.gks-vertrieb.de) stehen die allseits bekannten, sehr geschätzten und musikliebenden Menschen: Dr. Roland Gauder, Achim Knapp und Volker Specht, die viele von uns als die Köpfe von Gauder Akustik kennen. So, da kann ja eigentlich wirklich gar nichts mehr schiefgehen und einer Wiedergeburt dieser großen Legende steht offenbar nichts mehr im Wege.

Wer nun schon Fragen hat oder direkt seine neuen WE 300B bestellen will:

www.gks-vertrieb.de

oder:

https://gauderakustik.com/index.php

GAUDER AKUSTIK
Gauder & Knapp GbR
Steinbeisstraße 24 – 26
71272 Renningen

Telefon: +49 7159 920161
Telefax: +49 7159 920162
E-Mail: info@acga.de

Quelle Foto: https://www.westernelectric.com/300b
Western Electric

410 Chickamauga Ave, Suite 300
Rossville, GA 30741
404-352-2000
info@westernelectric.com

Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination – Teil 3

Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination – Teil 3

Miniconic – ein Tonabnehmer „neuen Stils“

von Joachim Bung

Die amerikanische Miniconic-Abtastkombination ist heute so selten, dass es mir während der langjährigen Recherche zu meinen Büchern und als aufmerksamer eBay-Beobachter nicht einmal gelang, einen Prospekt des Herstellers aufzutreiben. Das einzig angebotene Exemplar hatte mir vor endlosen Zeiten ein kundiger eBayer weggeschnappt. Auch sind in alten HiFi-Zeitschriften nur ganz wenige Anzeigen über das innovative Produkt erschienen. Umso mehr rieb ich mir die Augen, als in dem Online-Auktionshaus der britische TD 124/II mit leibhaftigem Euphonics-Tonarm auftauchte.

Oft legt sich nach näherem Betrachten solcher Exoten die Begeisterung, wenn das Objekt des Interesses schlecht erhalten ist oder es dafür keine Ersatzteile – in dem Fall neue Nadeleinschübe für den Tonabnehmer – mehr gibt. Doch hier zählten zum Angebot gleich zwei Abtastköpfe in Originalverpackung – voll funktionsfähig. Trotz des selbstbewussten Preises ohne jeden Verhandlungsspielraum, den der gewerbliche Verkäufer für den Plattenspieler verlangte, musste ich da sofort zuschlagen – wohl wissend, dass sich die Gelegenheit für einen TD 124 in dieser Armkombination und in dem Zustand wahrscheinlich kein zweites Mal mehr bietet.

Bevor ich über das Ergebnis der Revision durch Peter Feldmann und die Höreindrücke mit dem Euphonics-Tonarm berichte, hier Informationen zum Miniconic-System. Hersteller der Armkombination war eine Firma Euphonics in Chicago. Vertrieben wurde sie in Großbritannien von Elstone Electronics im mittelenglischen Leeds – wo dieser TD 124/II herstammt – und in Westdeutschland von Boyd & Haas. Der Kölner Importeur führte gegen Ende der 1960er Jahre noch weitere HiFi-Exoten wie den extravaganten britischen Hydraulic-Plattenspieler von Transcriptor im Programm.

Integrierte Abtastlösungen

„Will man von einem Abtastsystem ein Optimum an Qualität erreichen, muss man Tonabnehmer und Tonarm als Ganzes betrachten“, schreibt schon 1961 die Zeitschrift Funk-Technik. „Nur die sorgfältige Abstimmung beider Teile aufeinander ergibt beste Wiedergabequalität bei gleichzeitig höchster Plattenschonung.“ 1958 bringt Shure in den USA mit dem Dynetic-Tonarm das erste Produkt auf den Markt, das dieser Idee konsequent folgt. Auch in Großbritannien realisieren Hersteller das Prinzip eines Tonarms, an dem nur ein einziges, passgenaues System verwendet werden kann: Decca mit seinem berühmten ffss-Tonabnehmer an den Tonarmen Super Pick Up und Professional sowie der Schallplattenkonzern E.M.I. mit der heute ganz seltenen Armkombination EPU 100.

Das gleiche Konzept verfolgt auch das Tandem von Euphonics – mit einem entscheidenden Unterschied: Während Shure, Decca und E.M.I. für den Tonabnehmer die bekannten Arbeitsprinzipien Moving Magnet beziehungsweise Moving Iron nutzen, macht das Miniconic mit einem völlig neuen Wandlerkonzept Schlagzeilen. 1966 befasst sich das fono forum unter der Überschrift „Ein Tonabnehmer neuen Stils“ mit der US-Innovation auf vollen zweieinhalb Seiten.

„Nachdem die moderne Halbleitertechnik in den vergangenen Jahren die bisher gebräuchliche Elektronenröhre aus vielen Anwendungsgebieten verdrängt hat“, schreibt der nicht namentlich genannte Autor, „schickt sie sich nunmehr an, sich auf einem anderen Feld Einlass zu verschaffen. Dieses Feld wurde bisher ausschließlich von elektrodynamischen, magnetischen und piezoelektrischen Wandlern beherrscht. Den Konstrukteuren der Firma Euphonics in den USA ist es gelungen, mit der Entwicklung des neuen Halbleitersystems Miniconic die Vorteile aller drei Prinzipien zu vereinen, deren Nachteile jedoch zu vermeiden.“

Verwandt mit Kristallsystemen

Der Aufbau des Miniconic-Systems entspricht bis auf geringe Abweichungen dem Prinzip piezoelektrischer Tonabnehmer. Als Generator dient hier ein Silizium-Halbleiter-Steuerelement. Der extrem kleine und leichte Wandler ist direkt am Ende der Abtastnadel angebracht. Zur Verstärkung der abgegebenen Spannung sind in das System zwei Silizium-Halbleiter eingebaut. Die Bewegungen des Nadelträgers ziehen die Siliziumplättchen auseinander und drücken sie zusammen, so dass sich ihr elektrischer Widerstand ändert und die Plättchen den Strom einer externen Gleichstromquelle modulieren. Die Plättchen mit den Abmessungen 1,6 x 1,6 x 0,13 Millimeter sind kleiner als der Diamant des Nadelträgers.

__________________________________________________________________________

Technische Daten Euphonics Miniconic

Prinzip                                    Siliziumhalbleiter-Wandlerelement

Frequenzbereich                     0 – 50000 Hz ±2 dB

Kanaltrennung                       < – 25 dB

Systemgewicht                       2 Gramm

Nadelnachgiebigkeit              25 x 10-6 cm/dyn

Bewegte Masse                      0,6 Milligramm

Auflagekraft                          0,75 – 3 Gramm

Vertikaler Spurwinkel            15 Grad

Diamantnadel                         elliptisch 23 x 5 µ, sphärisch 13 µ

Ausgangsspannung                max. 80 mV bei 20 V Betriebsspannung (Speisestrom 10 mA)

____________________________________________________________________

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil der Konstruktion ist, dass die Abtastnadel aufgrund der großen Empfindlichkeit der Halbleiter nur wenig Energie liefern muss. Deshalb lässt sich das System für hohe Nadelnachgiebigkeit und sehr geringe Auflagekraft auslegen. Auch ist eine Phono-Entzerrung beim Miniconic nicht notwendig. Nachteil des Pickups ist, dass zum Betrieb eine Gleichspannung anliegen muss. Gleichzeitig mit dem System hat Euphonics deshalb ein externes Versorgungsteil PS 15-E entwickelt. Es erzeugt diese Spannung, verstärkt beide Signale und korrigiert die Phasenlage eines Kanals.

Der auffallend zierliche Tonarm mit der Bezeichnung TA-15 hat ein schlankes Rohr und einen schmalen, länglichen Kopf. Das gerade Armrohr misst gerade mal 6,3 mm im Durchmesser – so viel wie der Klinkenstecker eines Kopfhörers. Die notwendige Kröpfung erfolgt am Kopfanschluss. Das schwarze hintere Ende des Tonkopfs mit Fingergriff ist mit dem Armrohr fest verbunden. In diesen Kopf wird die elfenbeinfarbige Systemeinheit mit vier Kontaktstiften von vorn einfach eingesteckt.

Einen Lift hat der TA-15 nicht, ebenso kein Antiskating. In den Drehpunkten arbeiten viskositätsgedämpfte Miniaturkugellager. Die Lagerreibung beträgt horizontal lediglich 0,08 Gramm, in vertikaler Richtung sogar nur 0,06 Gramm. Die Auflagekraft zwischen 0,5 und 3 Pond erzeugt eine Feder, wobei deren Stellknopf rechts vom Sockel nicht kalibriert ist. Die Auflagekraft ist herstellerseitig auf etwas über ein Pond eingestellt.

Großer Erfolg war dem Miniconic trotz seines innovativen Ansatzes und positiver Eigenschaften nicht beschieden – wohl auch, weil der mir unbekannte Preis für die Tonarmkombination beträchtlich gewesen sein dürfte. Die Idee, für die Schallplattenabtastung ein völlig neues Prinzip anzuwenden, wurde aber weiter verfolgt. 1967 entwickelte Kenwood ein photoelektrisches Abtastsystem. Bekannter wurde in den frühen 1970er Jahren ein Modell ähnlicher Arbeitsweise von Toshiba. Grauhaarige HiFi-Veteranen erinnern sich noch an den markanten kugelrunden Tonkopf.

Wie sich die Miniconic-Kombination auf dem TD 124/II in der Praxis schlägt – darum geht es in meinem nächsten, abschließenden Bericht.

Hier nun, wie immer, ein paar spannende Bilder:


Beispiel einer weiteren Tonarm-Tonabnehmer-Kombination Shure Dynetic Tonarm M 222 auf Thorens TD 124
Beispiel einer weiteren Tonarm- Tonabnehmer-Kombination
Beispiel einer weiteren Tonarm- Tonabnehmer-Kombination

KONTAKT:

Verlag Joachim Bung

Stichelwiese 2 b 61389 Schmitten GERMANY

Tel. +49 (0)6084-3764 mail@joachim-bung.de

www.joachim-bung.de

Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination

Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination

von Joachim Bung

„Der Plattenspieler befindet sich in hervorragendem Zustand“ – so mein erstes Urteil über den Thorens TD 124/II aus England anhand der abgebildeten Fotos. Doch dann dies: Vor etwa drei Wochen meldete sich Peter Feldmann bei mir mit der ärgerlichen Nachricht, dass der Alu-Überteller leicht verzogen und deshalb nicht zu gebrauchen ist. Ich hatte mich leichtsinnigerweise auf die Fotos verlassen – und Feldmann den 124er nicht gleich nach dem Auspacken auf Höhenschlag des Tellers untersucht. Den Mangel hätte man sofort reklamieren müssen – zu spät.

So weit, so schlecht. Versuche von Feldmann, den Teller zu richten, brachten erwartungsgemäß keinen Erfolg. Das funktioniert praktisch nie und verschlimmbessert das Problem nur. Beträgt ein eventueller Höhenschlag mehr als 0,25 mm, ist der Teller nicht mehr bestimmungsgemäß zu benutzen, da das ordnungsgemäße Einstellen der Kupplung nicht gelingt.

Also machte ich mich auf die Suche nach Ersatz. Gebrauchte originale Überteller werden von Zeit zu Zeit angeboten, jedoch selten in einwandfreiem Zustand. Es kam daher eher der Ersatz durch den von Swissonor produzierten neuen Überteller in Frage. Wobei anzumerken ist, dass der Preis dieses Tellers (und auch der des antimagnetischen 5-Kilogramm-Schwungrads von Swissonor) inzwischen Produzenten in Großbritannien, den USA und den Niederlanden auf den Plan gerufen hat, die preislich deutlich günstigere Kopien anbieten.

Ob diese Kopien etwas taugen, vermag ich nicht zu beurteilen. Doch rein „aus dem Bauch heraus“ würde ich da keine Experimente eingehen und das Schweizer Original den Kopien gegenüber vorziehen. Ein Thorens TD 124 hat kein eigenmächtiges Herumdoktern und in puncto Ersatzteile nur das Beste verdient. Wer hier sparen will, sollte sich lieber einen anderen Plattenspieler zulegen. Jeder Besitzer eines TD 124 sollte doch froh sein, dass Anbieter den Mut haben, qualitativ hochwertige Ersatzteile für einen sehr begrenzten Abnehmerkreis in Kleinserien wieder herzustellen – und diesen Mut durch den Kauf der Teile auch honorieren. Ich weiß – nicht das Denkmuster der Bastler und Schnäppchenjäger, sondern meine persönliche Meinung.

Die Recherche bezüglich des Swissonor-Übertellers ergab, dass dieser bei Riverside in der Schweiz ausverkauft ist. Das gleiche Ergebnis direkt beim Hersteller am Genfer See. Firmeninhaber Urs Frei hat zurzeit nur noch Überteller mit der Qualifikation „1b“ auf Lager. Dazu muss man wissen, dass die Produktion dieses Übertellers äußerst schwierig ist und dabei auch Exemplare anfallen, die nicht ganz den ehrgeizigen Spezifikationen entsprechen. Beileibe keine „Ausschussware“, nur eben nicht hundert Prozent perfekt und mit entsprechendem Preisnachlass.

Solch einen 1b-Teller hat Peter Feldmann jetzt für mich bestellt – mit Option der Rückgabe, wenn er nicht passt. Bleibt nur zu hoffen, dass Urs Frei unter seinen B-Tellern ein besonders gutes Exemplar für meinen TD 124/II aussucht – in der Kategorie gibt es sicher auch noch Streuungen. Der Teller ist inzwischen hier und wird nach Einstellen der Kupplung das restaurierte Laufwerk komplettieren.

Dann wird es spannend: Über die einzelnen Restaurierungsschritte und das Hörergebnis mit dem Euphonics-Tonarm geht es im nächsten Bericht.

Vielen Dank an Joachim Bung: www.joachim-bung.de )

Und hier Teil 1 des Berichts und der Hinweis, dass ich das Buch von Joachim Bung auch in meinem ersten Videobeitrag besprochen habe. Weiter unten dann auch der Bericht über das Standardwerk in meinem Blog und der erste Videobeitrag:

Kontakt Joachim Bung:

Verlag Joachim Bung

Stichelwiese 2 b 61389 Schmitten GERMANY

Tel. +49 (0)6084-3764 mail@joachim-bung.de

www.joachim-bung.de

Audio Research LS 7 Röhrenvorstufe

Audio Research LS 7 Röhrenvorstufe

Die Vorstufe LS 7 des US-amerikanischen Audiospezialisten ist in reiner Vollröhrentechnik aufgebaut. Mein Exemplar stammt von 1995 und ist damit bereits ein Vierteljahrhundert alt. Das ist halb so lange, wie es die 1970 in Minneapolis von William Z. Johnson geründete Firma gibt, der seit ihrem Start ein großartiger Ruf vorauseilt. Obwohl in den Jahren auch Transistor-, Hybrid- oder sogar Class D Verstärker gebaut wurden, waren und sind es die Röhrengeräte, die diesen Ruf auch heute noch völlig zurecht begründen. Neben den klassischen Vor- Endstufen und Vollverstärkern, sind dies nahezu ausnahmslos hoch musikalische Phonovorstufen, CD-Player und DA-Wandler. Ich selbst erinnere mich sehr gerne an eine viele Jahre andauernde wunderbare Klangbeziehung zu einem CD 5 der Amerikaner, der nur und erst in einem Acousticplan Vadi für mich persönlich seinen Meister fand.    

Außer einem neuen Kippschalter zum An- und Ausschalten, hat die LS 7 in den 25 Jahren nur zwei neue Röhrensätze gebraucht. In dieser langen Zeit ein sicherlich guter Wert, der zudem mit dem völlig falschen Vorurteil aufräumt, dass Röhrengeräte wegen des „ständigen“ Wechselns von Röhren große Folgekosten hätten und nicht kontinuierlich genutzt werden könnten. Die Röhren der LS 7, alles Doppeltrioden vom Typ 6922 (ein Äquivalent zur bekannten ECC88) sind solche, die im Gegensatz zu den eigentlich in solchen Schaltungen üblichen ECC83, für eine sehr viel höhere Bandbreite von bis zu 100 Kilohertz stehen. Die Amerikaner geben eine Ausgangsimpendanz von 200 Ohm und eine Verstärkung von 13 Dezibel an, erzeugt durch die zwei spannungsverstärkenden Stufen, die auf einer der sog. sternförmigen Masseführung folgenden und sauber bestückten Platine aufgebaut sind. Durchweg feine (u.a. REL-CAPS, WIMA Kondensatoren) aber keine abgehobenen Bauteile und ein für ARC typischer gerasterter und haptisch einfach toller Alps-Lautstärkeregler runden das stimmige Paket ab. Eingänge hat die reine Hochpegelvorstufe nur 4 (zzgl. einem Tape-Eingang) und zwei Ausgänge (1 Main Out und 1 Tape). Neben dem Kippschalter zum Ein- und Ausschalten der Vorstufe gibt es nur einen weiteren, den Mute Schalter. Neben dem bereits erwähnten Lautstärkeregler kann man über den zweiten ebenfalls satt einrastenden zweiten Drehschalter die Eingänge wählen (übrigens vorteilhaft realisiert über eine durchs ganze Gerät führende Stange und damit also direkt an den Eingangsbuchsen). Ja und das war es schon.

Dass das Gerät die wiederum typischen beiden Griffe hat (die aber abschraubbar sind), muss wohl bei ARC nicht erwähnt werden, stellen sie doch ein wichtiges Erkennungszeichen dar. Gerade diese „tragen“ aber ebenfalls zur wunderbaren symmetrischen der Optik der gesamten Frontplatte mit bei. Ich mag gerade die eher schlichten und leicht rustikal aussehenden Designs der meisten alten ARC Vorstufen und finde, dass die LS 7 neben der LS 5 einer der schönsten, weil schlichtesten Preamps überhaupt ist.

Und wie klingt das knapp 5kg schwere Gerät denn nun?

So wie eigentlich alle ARV Vorstufen, die ich bisher gehört und zum Teil auch besessen habe, und das waren einige. Eine SP 3, SP 6, SP 9, SP 10, SP 11, SP 14, sowie eine LS 5: Allen gemein: Ein Röhrenklang zum Träumen ohne dabei bei der Wiedergabe zu lügen. Eines der sofort erkennbaren ARC-Merkmale ist eine unfassbare Räumlichkeit und eine für viele fast schon überraschende Grob- und Feindynamik. Zudem kann man jeden einzelnen Ton bereits in seiner Entstehungsphase erleben, ohne dass dabei das musikalische Gesamtgeschehen aus dem Blick verloren geht. Alle Details werden wiedergegeben, aber ohne eine wie auch immer drohende übertriebene oder gar ins harsche abdriftende Analytik. Kein Ton ist plötzlich mal eben da, wie es gerade heutige digitale Geräte gerne tun, sondern sie entstehen, wachsen und gehen wieder unter. Es macht mir den Anschein, dass viele Röhrengeräte einem Ton einfach mehr Lebenszeit zu geben scheinen, mit allen für das klangliche Gesamtergebnis so wichtigen zusätzlichen Bestandteilen, insbesondere z.B. die bei jedem Instrument mitschwingenden Obertöne. Gerade diese sind ein so wichtiger Bestandteil, dass ich verspreche, hierzu einmal einen eigenen Bericht zu verfassen.   

Die LS 7 ordnet die Töne in Raum und Zeit, sowie in die Grob- und Feinstruktur der Musik bruchlos ein und erzeugt damit nicht nur eine unglaubliche Plastizität, sondern eine fast schon greifbar erscheinende organische Struktur der einzelnen Instrumente und deren klanglichen Aura. Es entsteht geradezu eine luftige Atmosphäre rund um diese herum. Gerade in den 90er Jahren war es für viele CD Hörer sehr schwierig, sich klanglich auf dieses Medium einzulassen, denn, so ehrlich muss man heute sein, in dieser Zeit gab es leider nur sehr wenige und leider meist sündhaft teure CD-Player, die man neben den klanglichen Fähigkeiten einer analogen Platte als Musikliebhaber überhaupt in Erwägung ziehen konnte. Und gerade diesen Hörer*innen konnte die LS 7 helfen, denn der von ihren Entwicklern gewollte Klangstempel ist eher ein warmer, leicht fülliger und dennoch nichts verschweigender Charakter. Die LS 7 war in der Lage die Defizite der CD, insbesondere deren nicht wegzudiskutierenden klangliche Härte, nahezu vollständig zu kompensieren.

Absolut ehrlich war dieses Gerät nicht, wollte und sollte es aber auch niemals sein. Wer analytische Strukturen und eine 100-prozentige Auflösung mehr liebte, als die emotionale Wiedergabe der Inhalte und musikalischen Interpretationen, sah sich ohnehin nicht bei ARC, sondern direkt woanders um. Dieses Gerät machte und macht leidenschaftlich Musik, und zwar so, wie seine Schöpfer es ihm als Wunschziel technisch quasi als charakterliche Stimmung „einhauchten“. Für den, der dieses Klangideal hatte, und der die bereits beschriebenen Nachteile der CD nicht mehr erdulden wollte, war und ist diese Vorstufe mit ihrer eigenen sensiblen Klangseele und ihren herausragenden fein- und grobdynamischen Fähigkeiten eine sehr gute Möglichkeit seinen Vorstellungen nahe zu kommen.     

Ich habe die LS 7 lange Zeit mit einer Audio Research VT60 SE Röhrenendstufe (ca. 2 x 50 Watt, Röhrenbestückung 4x 6550B und 3 x 6922) gehört, später dann mit einer Jadis DA 5 (ebenfalls mit 4x 6550), die ich wegen meiner hoch-effizienten Lautsprecher mit einem Eingangspegelregler versehen hatte. Schließlich wurden meine Lautsprecher immer noch effizienter und die Endstufen wurde deshalb durch zwei Welter 300B Monoblöcke ersetzt. Seitdem bin ich nie wieder von dem Klang reiner SE-Triodenendstufen und dem einer 300B weggekommen. Seit fast einem Jahrzehnt ist es nun eine Air Tight 300B, die übrigens ebenfalls wunderbar mit der amerikanischen Vorstufe harmoniert und durch ihren regelbaren Eingang eine sehr genaue Anpassung an die Lautsprecher ermöglicht. Es ist eine alte Wahrheit, dass die meisten Lautstärkeregler am besten ab „ca. 9 Uhr“ klingen und das ist bei zu lauten Ketten vielfach nicht möglich, 

Und die ARC LS 7? Tja, die ist bei mir immer noch in Betrieb, aber in meiner zweiten Testanlage. Auch wenn sie in allen den gerade beschriebenen Kombinationen wirklich sehr gut klang, so gut, dass ich niemals den Drang verspürte, sie zu ersetzen, musste sie nach fast 15 Jahren dann doch einer Shindo Vorstufe in meiner persönlichen Referenzkette weichen, über die ich später einmal berichten werde. Auch eine Röhrenvorstufe, aber klanglich meinen Zielen noch etwas näherkommend.

Dennoch: Die LS 7 wird mich niemals wieder verlassen und ich denke, dass sagt alles.

Und wie sieht es auf dem Gebrauchtmarkt aus? Nach meinen Erfahrungen gibt es nur wenige gebrauchte LS 7, die je nach Zustand, für Preise zwischen rund 1000,00 – 1500,00 EUR angeboten werden. Bei einem Neupreis von nur rund 2300 EUR zeigen diese heute noch recht hohen Preise, die übrigens seit Jahren nicht mehr sinken, wie geschätzt und gesucht sie ist. Und das ist absolut verständlich, wenn man dieses Gerät einmal in einer passenden Kette gehört hat. Ich kenne jedenfalls für diesen Preis aus dem aktuellen Angebot neuer Vollröhrenvorstufen keine einzige mit dieser Bauteile- und eindrucksvollen Klangqualität. 

Mein Tipp für Platenhörer: Die Pure Sound P 10, eine famose separate und für das Geld (UVP 800,00 EUR) sensationell gute und ebenfalls in Röhrentechnik aufgebaute separate MM Phonovorstufe, die perfekt mit der LS 7 harmoniert. Wer noch einen großen klanglichen Schritt machen will, der sollte sich die für das Geld unglaubliche Tube ONE von Rainer Roeder aus Bonn anhören. Diese handgefertigte separate Phono-Röhrenvorstufe stellt für mich die beste Lösung weit über den geforderten Preis dar.

Und wer ein MC Tonabnehmer hören will: Ein DENON Dl 103 und ein separater Übertrager vom Auditorium 23 oder ein Ortofon SPU 1E mit dem kleinen Ortofon Übertrager, und schon kann man auch das Thema Plattenabtastung zu den Akten legen. Zumal die Chancen groß sind, dass beide Tonabnehmer auch die nächsten Jahrzehnte weiter gebaut werden. Das SPU kann man übrigens auch bei Ortofon zu einem fairen Preis wieder mit neuen Teilen versehen lassen, wenn das System, wie jedes andere auch, irgendwann einmal Abnutzungserscheinungen zeigt. Ein kleiner, aber für mich nicht unwichtiger Faktor einer gelebten Nachhaltigkeit in unserem schönen Hobby. 

Wenn Ihnen also mal eine ARC LS 7 angeboten wird, überlegen Sie nicht lange…

hier noch ein paar Fotos:

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

Restek D1 Tuner – gelebte Nachhaltigkeit und weit mehr als nur ein Klassiker

Restek D1 Tuner – gelebte Nachhaltigkeit und weit mehr als nur ein Klassiker

Da steht er vor mir. So, als wäre er gerade ausgepackt worden. Ja, das Design, insbesondere die große digitale Anzeige machen dem Betrachter schnell deutlich, dass es sich hier um keinen Tuner aus einer aktuelle Produktion handelt. (Fotos, s.u.)

Es ist ein Klassiker, rund 40 Jahre alt, und funktioniert wie am ersten Tag. Die Kippschalter rasten perfekt ein und alle Anzeigen sind in Ordnung. Und wenn heute was kaputt geht? Gar kein Problem. Im Gegenteil: RESTEK bietet heute noch nicht nur den Reparaturservice, sondern sogar aktuelle Updates an. Übrigens für alle jemals hergestellte RESTEK Geräte.

DAS nenne ich gelebte und echte Nachhaltigkeit, oder, wie ich es lieber bezeichnen möchte: Wieder ein enkeltaugliches Gerät aus einer der tollen deutschen Hifi-Manufakturen.

Das Gerät ist täglich im Einsatz und wird es, zumindest solange es noch UKW gibt, auch bleiben. Sein sehr emotionaler Klang liegt genau zwischen guten Transistorgeräten und alten Röhrengeräten.

In meinem nächsten Videobeitrag stelle ich Ihnen das Gerät noch einmal genauer vor und zeige seinen „Urenkel“, den phantastischen ESAT+. Siehe auch meinen Bericht hier:

Übrigens: Das Gerät stammt aus meinem privaten Besitz. Gekauft habe ich das Gerät für 50,00 EUR, inklusive der vollständigen Bedienungsanleitung. Wenn Sie eine Kopie für Ihren D1 brauchen, bitte einfach melden.

Hier noch ein paar technische Infos:

  • Große Großsignalfestigkeit
  • Größtmögliche Vermeidung von Störempfangsstellen
  • Kleiner Klirrfaktor
  • Hohe AM-Unterdrückung
  • Unverzerrte Wiedergabe bis zu höchsten Antennenspannungen = 1 V
  • Die Eingangsstufe des ZF-Verstärkers ist mit einer geregelten MOS-Feldeffekt-Transistor-Tetrode bestückt
  • Die ZF-Selektion ist in zwei fest abgeglichenen Sechskreis-Blockfiltern konzentriert
  • Das ZF-Signal wird durch einen vierstufigen symmetrisch abgebauten ZF-Verstärker verstärkt und begrenzt
  • Hervorragende AM-Unterdrückung > 60 dB
  • Feldstärkeanzeige durch Leuchtdiodenkette

Ausstattung:

  • Senderfrequenzanzeige in MHz
  • FM Stereo Anzeige
  • FM Tuning /Ratiomitten-Anzeige
  • Feldstärkenanzeige
  • MODE/ Stereo Mono
  • SELEKTOR Abstimmknopf
  • AUTOMATIK TUNING Sendersuchlauf
  • Output Level Ausgangspegel
  • Level / Muting Stillabstimmung
  • Level Stereo Stereobasisbreiteneinstellung

Übrigens: Aus der Serie gibt es weitere Geräte, die alle ebenfalls noch heute klanglich nicht zum alten Eisen gehören, aber sehr günstig angeboten werden und selbstverständlich ebenfalls von RESTEK weiter repariert werden können. Und natürlich kann man diese ebenfalls jederzeit in den Service geben und Updates durchführen lassen, denn beides wird weiterhin angeboten.

Hier mal die Upgrades für den D1 Tuner

Folgendes wird am RESTEK D1, D2 und D2a Tuner verändert, erneuert oder ausgetauscht:

  • Austausch der Relais
  • Austausch aller Elkos
  • Austausch von Bauteilen, die außerhalb der Spezifikationen liegen
  • Schaltungsmodifikationen
  • Einbau neuer Operations-Verstärker
  • Reinigung, Neujustage, Neuabgleich und Probelauf
  • Behebung vorhandener, kleinerer Fehler und Reklamationen
  • Neuer Gewährleistungsanspruch für 3 Jahre.

Kosten: 395,- €.

Alle genannten Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. und zzgl. Porto.

Für Fragen stehen Ihr RESTEK Fachhändler sowie das gesamte RESTEK-Team gerne
zur Verfügung: Tel. 0049 561 42089; E-Mail: info@restek.de.

Und hier die Upgrades für RESTEK Geräte allgemein:

RESTEK Komponenten sind langlebige Wirtschaftsgüter mit einem zeitlosen Design. Für viele unserer Kunden sind diese eine Anschaffung fürs Leben. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, dass dies auch so bleibt.

Bei der Entwicklung und Fertigung haben wir unser Bestes gegeben, damit Sie lange Jahre viel Freude beim Hören mit unseren Geräten haben. Da wir einen leidenschaftlichen Qualitätsanspruch besitzen, haben wir natürlich nie aufgehört unsere Produkte ständig zu verbessern. Ihre Wünsche zu erfahren, den Halbleitermarkt zu beobachten, Trends zu erkennen – dies alles gibt uns die konsequente Richtung vor. Nur so können wir jeden Tag garantieren, dass ein RESTEK Produkt das bleibt, was es schon immer war, ein Audio-Genuss für’s Leben.

RESTEK – Hifi-Perfektion aus Deutschland.

Damit auch Sie als langjähriger Kunde an der Fortentwicklung teilhaben können, bieten wir Ihnen einen ganz besonderen Service an: das „Upgraden“ Ihrer RESTEK Komponenten.

Was beinhaltet das “Upgraden“, welche Vorteile bietet Ihnen dieser Service?

Wie bei einem Auto müssen auch Hifi-Geräte ab und zu einmal zu einer großen Inspektion oder einem Ölwechsel in die Werkstatt. Typische Alterserscheinungen eines Hifi-Gerätes sind z. B.: Elektrolytkondensatoren trocknen meistens nach ca. 10 bis 15 Jahren ein und verlieren dadurch ihre Kapazität, Relaiskontakte unterliegen ebenso wie Potentiometer einem normalen mechanischen Verschleiß etc. Heute stehen Halbleiter- und andere Bauelemente zur Verfügung, die mehr Klangfarben, bessere Feindynamik, kleineren Klirrfaktor und geringeres Rauschen ermöglichen als dies vor 20 oder 35 Jahren vorstellbar war.

Über all‘ die vielen Jahre haben wir in unserer Service- und Entwicklungsabteilung sehr
genau alle Reparaturen und Kundenwünsche statistisch festgehalten. Daher können wir
Verbesserungen anbieten, die es ermöglichen die Klangeigenschaften und zum Teil auch
die Bedienung Ihrer RESTEK Geräte über das ursprüngliche Maß hinaus anzuheben.

Im Folgenden haben wir aktuelle Upgrade-Informationen für Sie zusammengestellt:

Hier finden Sie die Übersicht zu den Updates:

DAS ist echte und gelebte Nachhaltigkeit und zeigt, dass auch heute noch Made in Germany machbar ist.

Meine Hochachtung nach Fuldabrück!

Weitere Infos unter: www.restek.de oder fernmündlich bei dem Entwickler, Herrn Elschot, persönlich.

Der Urenkel: der großartige ESAT+