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4 neue Videos sind online!

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Lange versprochen und nun endlich online. 4 neue Videoberichte. Wie von Ihnen gewünscht, jetzt auch mit einzelnen Tests. Schauen Sie sich meine Berichte an über:

Den neuen MMGA Connector von Subbase Audio

Die PURE Tube Absorber von bfly-audio

Den Unison Research Simply Italy Röhrenvollverstärker in der TAD Jubiläumsedition

Die beiden Komplett-Plattenspieler Pro-Ject Audio Essential III RecordMaster und Rega Planar 1

Viel Spass dabei!

Interessante Webseite zu den Themen Vintage und Plattenspieler

Interessante Webseite zu den Themen Vintage und Plattenspieler

Der Tipp auf diese sehr interessante Webseite mit Blog stammt von Thorsten. Vielen Dank dafür. Wirklich tolle Informationen, Hintergründe und Fotos. Besonders die beiden Bereiche: „Die Myterien der Plattenspieler“ und eine Liste mit der Kurzbewertung zahlreicher (und bezahlbarer!) Tonabnehmer sind sehr spannend…

https://www.luckyx02.de/Mysterien/

https://www.luckyx02.de/die-liste/

Wenn Sie auch eine Webseite oder einen Blog kennen, der hier veröffentlicht werden sollte: Einfach mailen!

Viele Grüße nach Achim und Ihnen allen viel Spass mit der Seiten von Lutz Emigholz!

https://www.luckyx02.de/

Subbase Audio – Die Musik-Manufaktur Teil 1

Subbase Audio – Die Musik-Manufaktur Teil 1

Im Jahr 2004 gründete Thomas Schlipper seine Firma Subbase Audio Manufaktur. Das erste von ihm selbst entwickelte Produkt, die écho Lautsprecherbasis, ist heute noch im Programm. Wie alle Produkte bei Subbase Audio natürlich weiterentwickelt und kontinuierlich hinterfragt und, wenn erforderlich, noch weiter optimiert. Mit den in vielen Tests sehr positiv bewerteten écho Basen wird eine sehr effektive Entkopplung des Lautsprechers vom Untergrund und seine genaue resonanzdefinierte Ankopplung erreicht. Neben der ständigen Weiterentwicklung vorhandener Produkte, sind es aber immer auch neue, die in das kontinuierlich wachsende Angebot der in einem alten Rittergut in Neuss ansässigen Manufaktur aufgenommen werden.

Die von Schlipper verfolgte Philosophie bei der Entwicklung aller Produkte ist so einfach wie einleuchtend:

Wenn an verschiedenen Stellen einer Wiedergabekette Fehler entstehen, wird es irgendwann nicht, oder nur noch mit wirklich sehr großem Aufwand möglich, diese sich immer weiter aufaddierende Summe der Einzelfehler wieder aus dem Signal zu beseitigen. Ein solcher Denkansatz überzeugt, denn, wenn man nicht mehr das Signal selbst, sondern das Signal + Fehler 1 + Fehler 2 + Fehler 3 usw. hört, kann man wohl nur noch durch einen gesamtkonzeptionellen Ansatz und den Einsatz mehrerer und zudem klar aufeinander abgestimmte Maßnahmen wirklich etwas dagegen unternehmen.

Subbase Audio hat daher ein echtes Gesamtkonzept entwickelt, dass diese gff. schon addierten Störungen insgesamt eliminiert und durch das das Signal wieder in der fehlerfreien unverfälschten Form hörbar wird. Erreicht hat Schlipper dies durch ein in sich sehr homogenes und geschlossenes System, das den Nutzer sehr einfach in die Lage versetzt nach und nach, also Baustein für Baustein, die Fehler seiner Wiedergabekette (wieder) zu beseitigen.

Ein wichtiger Schritt neben den Basen für die Lautsprecher, war die Entwicklung der Subbase Audio Gerätebase Composant S und die Entwicklung der Ground Box. Die Composant S wurde bereits in erheblichem Umfang weiterentwickelt und löst nicht nur das Problem der Kopplungsresonanzfrequenz, sondern auch in noch höherem Maße die Probleme, die durch die elektrischen und elektromagnetischen Fehler entstehen, erzeugt durch die Geräte selbst, die naturgemäß immer auch ein mehr oder weniger starkes magnetisches elektromagnetisches Feld erzeugen. Die Base besitzt eine bei Subbase  Audio selbst entwickelte EM-Dämpfung.

Zudem wurde ein Weg gefunden, die entstehenden elektromagnetischen Felder so zu beeinflussen, dass diese sogar selbst wieder harmonisch auf die Geräte einwirken können. Die Composant S Basen erfüllen somit 3 Aufgaben: Die Ent- und Ankopplung der Geräte, die Beseitigung der elektrischen und elektromagnetischen Felder und eine harmonisierende (Rück-) Beeinflussung der elektromagnetischen Felder.

Eine komplett durch die Subbase Audio Produkte optimierte Kette besteht daher mindestens aus den écho Lautsprecherbasen mit ggf. den separaten Lautsprecherfüßen, der Composant S unter jeder Komponente (natürlich mit den Subbase Audio CF Füßen unter den Geräten zur direkten Anbindung an die Basen) und einer Ground Box, die alle an sie angeschlossenen Composant S Basen dann über die Steckdose an die Erde „anschließt“.

Ich habe ja schon einige Produkte der Firma in Magazinen besprochen, und, auch wenn ich Gefahr laufe, mich hier in Bezug auf die Produkte von Subbase Audio zu wiederholen, muss ich es einfach loswerden: Der Hinweis auf die Perfektion bei der Herstellung aller Teile. Sowohl die Composant S Basen, als auch die Ground Box, sind, wie auch die erforderlichen Anschlusskabel und die CF-Gerätefüße sagenhaft gut verarbeitet. Erst wenn man sie selbst einmal anfasst, die tadellos verarbeiteten Oberflächen berührt, ja, geradezu streichelt, kann man unmittelbar erfahren, was ich hier meine. Alle Subbase Audio Produkte sind schlichtweg unglaublich phantastisch verarbeitet und sind auch aus dieser Perspektive preisklassenbezogen absolut konkurrenzlos.

Jeder einzelne Schritt des kontinuierlich um weitere neue Produkte erweiterte Gesamtkonzept von Subbase Audio ist deutlich nachvollziehbar und in ihrer Summe bieten sie eine Basis für eine nahezu fehlerfreie Wiedergabe der Musik, egal mit welchen Geräten diese in der Anlage erzeugt werden.  Probieren Sie es aus!

Es wird Zeit, dass ich wieder mal einen weiteren Test über ein neues Produkt aus dem Hause Subbase-Audio mache…ich weiß auch schon welches…bleiben Sie gespannt!

Hier noch ein paar ältere Fotoeindrücke von einem meiner Besuche bei Subbase Audio im Jahr 2016. (Teil 2 und 3 der Fotos in den beiden Beiträgen später)

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

Subbase Audio Manufaktur

www.subbase-audo.de

Reine Zweckform: Studiotonarm Pickering 190 D

Reine Zweckform: Studiotonarm Pickering 190 D

Tonarm Pickering 190 D auf dem Laufwerk Thorens TD 124.

Von Joachim Bung.

Pickering ist ursprünglich ein Hersteller von Tonabnehmern und Tonarmen für Schellack-Wiedergabe in Rundfunkstationen. 1950 kommt der lange Tonarm Pickering 190 speziell zum Abtasten der neuen Mikrorillen auf den Markt. Die Zweckform der 16-Zoll-Ausführung verrät die Herkunft aus der professionellen Studiotechnik – kein Tonarm also, der Frauen gefallen will. Auch private HiFi-Liebhaber tun sich mit der Gestalt des 190 schwer – vor allem wegen der fehlenden Kröpfung und des scheinbar nicht vorhandenen Tonkopfs. Statt vorn in ein elegant gestyltes Kopfgehäuse überzugehen, endet das nüchterne Vierkantprofil an dieser Stelle abrupt – als ob jemand es dort einfach abgesägt hat.

Allerdings hat der Pickering 190 im Inneren des Vierkantrohrs sehr wohl einen Tonkopf. Die Halterung ist schräg befestigt, was den bei Drehtonarmen erforderlichen Kröpfungswinkel gewährleistet. Der Arm besitzt für horizontale und vertikale Bewegung getrennte Drehpunkte. Das Lager für die Horizontalbewegung befindet sich wie üblich am Armsockel, das Lager für die Vertikalbewegung dagegen direkt hinter dem Tonkopf. Der Hauptteil des Tonarms lässt sich nur horizontal drehen. Der Kopf hingegen kann sich nur rauf und runter bewegen. Dank der besonderen Konstruktion reduziert sich die bewegte Masse für die Vertikalbewegung auf ein Minimum, was dem sicheren Abtasten selbst welligerer Schallplatten zu Gute kommt.

Die Auflagekraft am Tonkopf wird über eine lange Spiralfeder im Inneren des Profils reguliert – siehe Schaubild. Ihr Rändelrad ist von der Unterseite aus erreichbar. Der Arm hat einen magnetischen Ruheanschlag und bequeme Einlochbefestigung auf der Grundplatte. Verwunderlich für so einen langen Vertreter seiner Gattung ist der vom Hersteller genannte Tangentialfehler, der „weniger als ± 2,5 Grad“ betragen soll.

Konstruktion des Vorläufers Pickering 190 mit langem Gegengewicht – Abbildung aus meinem Werk SCHWEIZER PRÄZISION

„Der Pickering 190 hat sich im Studiobetrieb zu einer festen Größe entwickelt, an der Modelle der Konkurrenz gemessen werden müssen“, stellt bei der Einführung des Tonarms die US-Zeitschrift High Fidelity fest. „Bei ihm wurde kein einziger Kompromiss eingegangen, der das hohes Abtastvermögen und die Plattenschonung in Frage stellt. Die Armresonanz ist gut gedämpft; sie liegt außerhalb des Hörbereichs. Die Lagerreibung ist reduziert auf das technisch machbare Minimum. Der Tonarm ist statisch ausbalanciert und dadurch unempfindlich gegenüber Erschütterungen. Er arbeitet auch in Schräglage des Laufwerks korrekt. Gut gemacht, Mr. Pickering!“

Zugeständnis an den Amateurmarkt

Um dem Tonarm auch auf dem Amateurmarkt verkaufen zu können, überarbeitet Pickering 1954 sein Modell. Die 190 D genannte Ausführung baut kürzer und endet bei meinem Exemplar in einem fächerförmigen Gegengewicht. Auch keine Ausgeburt an Eleganz, doch immerhin lässt sich der Arm dadurch auch in einem knappen Schrankabteil installieren, in dem Plattenlaufwerke in den 1950er Jahren oft eingebaut waren. Pickering betont, dass der 190 D für das Abtasten von Vinyl- und Schellackplatten gleichermaßen geeignet ist. Und dass der Arm mit einem gegebenen Tonabnehmer angeblich 50 Prozent weniger Auflagedruck als vergleichbare Modelle anderer Hersteller benötigt.

Der auf meinem Thorens TD 124 (frühe Seriennummer 14302, Baujahr 1959) abgebildete Pickering 190 D ist „New Old Stock“. Er war zuvor noch nie benutzt worden. Mein Sparringspartner Peter Feldmann hat den Arm fachgerecht und mit minimalem Tangentialfehler auf ein maßgefertigtes Thorens-Brett montiert. Die geometrischen Daten des Pickering konnten wir der Tonarm-Datenbank der Webseite „Vinyl Engine“ entnehmen. Das Armbrett ist etwas schmaler als das breite Standardbrett und tut der Optik gut. Den Tonkopf versah der Techniker mit einem passenden historischen Shure M 77. Die Auflagekraft hat er auf zirka 6,5 Pond eingestellt. Das liegt etwas oberhalb des für diesen Tonabnehmer zulässigen Bereichs (4 – 6 p), ist aber noch tolerabel.

Tonkopf mit schräg eingebautem Tonabnehmer Shure M 77

Das Aufsetzen des Pickering-Tonarms auf die Schallplatte erfordert einige Übung und eine ruhige Hand. Zunächst ergreift man den Arm an seinem Vierkantrohr, löst ihn von dem Magnetstab und führt ihn nach links Richtung Plattenteller. Der Hebel mit „PC“-Logo dient dazu, den Tonabnehmer anzuheben, so dass man ihn über den Teller schwenken kann. Bedient wird er am besten mit dem Zeigefinger. An der gewünschten Stelle der Schallplatte lässt man am Hebel vorsichtig nach und senkt so die Abtastnadel in die Schallrille.

Moderne „audiophile“ Langspielplatten sollte man mit diesem „Prügel“ natürlich nicht abspielen. Doch für dicke, vor 1965 gepresste Monos, die noch den Hinweis „Staubfrei halten und mit nicht mehr als 10 Gramm Auflagekraft spielen“ auf der Hülle tragen, eignet sich der Pickering hervorragend. Glauben Sie’s mir – die alten Vinylschätze vertragen das!

Anzeige in einer US-Zeitschrift, 1951

Vielen Dank an Joachim Bung für diese tolle Story und die Fotos! Wer mehr zu dem Thema sehen will, schaut einfach mal weiter hier im Blog…

Haben Sie auch einen besonderen Tonarm, ein seltenes Laufwerk, einen außergewöhnlichen Tonabnehmer oder tolles Hifi Gerät? Senden Sie mir einfach ein Foto mit der Beschreibung zu, dann können es alle bewundern!

Kennen Sie die „Röhrenschmiede?“ Das sollten Sie! Unbedingt!

Kennen Sie die „Röhrenschmiede?“ Das sollten Sie! Unbedingt!

Ich hatte die große Freude, Herrn Andeas Klug kennenlernen zu dürfen. Der Inhaber der kleinen Röhrenverstärker-Manufaktur in Krefeld stellt wunderbare Geräte her. Eine MM-fähige Vorstufe, eine Stereo-Endstufe und Mono-Blöcke. Sehen alle einfach toll aus (in natürlich individuellen Ausführungen leiferbar! Manufaktur eben!).

Da die Endstufen zudem auch noch meine „geheime“ Lieblingsröhre nutzen: die EL 84 Pentoden, geht es nicht anders: Die Sachen müssen Ihnen vorgestellt und später zudem ausgiebig getestet werden. In den nächsten Wochen stelle ich Ihnen alle Geräte vor, natürlich wie immer mit tollen Fotos, und so schnell es geht, werde ich Ihnen die Testergebnisse mitteilen. Genießen Sie die ersten Fotos…

Für weitere Infos:

www.roehrenschmiede.de

Und für die, die nicht warten wollen, hier ein paar Fotos zur Einstimmung und weiter unten noch ein Video:

Vorstufe Comet
Comet Vorverstärker mit Phono MM
Stereoendstufe Rocket mit der wunderbaren EL 84
Rocket im besonderen Design. DAS ist richtig klasse, oder?
Röhrenmonoblock Solo
Vorstufe Comet mit den beiden Röhrenmonos Solo
Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination – Teil 3

Fortschrittsbericht der Restauration: Thorens TD 124/II mit Miniconic-Abtastkombination – Teil 3

Miniconic – ein Tonabnehmer „neuen Stils“

von Joachim Bung

Die amerikanische Miniconic-Abtastkombination ist heute so selten, dass es mir während der langjährigen Recherche zu meinen Büchern und als aufmerksamer eBay-Beobachter nicht einmal gelang, einen Prospekt des Herstellers aufzutreiben. Das einzig angebotene Exemplar hatte mir vor endlosen Zeiten ein kundiger eBayer weggeschnappt. Auch sind in alten HiFi-Zeitschriften nur ganz wenige Anzeigen über das innovative Produkt erschienen. Umso mehr rieb ich mir die Augen, als in dem Online-Auktionshaus der britische TD 124/II mit leibhaftigem Euphonics-Tonarm auftauchte.

Oft legt sich nach näherem Betrachten solcher Exoten die Begeisterung, wenn das Objekt des Interesses schlecht erhalten ist oder es dafür keine Ersatzteile – in dem Fall neue Nadeleinschübe für den Tonabnehmer – mehr gibt. Doch hier zählten zum Angebot gleich zwei Abtastköpfe in Originalverpackung – voll funktionsfähig. Trotz des selbstbewussten Preises ohne jeden Verhandlungsspielraum, den der gewerbliche Verkäufer für den Plattenspieler verlangte, musste ich da sofort zuschlagen – wohl wissend, dass sich die Gelegenheit für einen TD 124 in dieser Armkombination und in dem Zustand wahrscheinlich kein zweites Mal mehr bietet.

Bevor ich über das Ergebnis der Revision durch Peter Feldmann und die Höreindrücke mit dem Euphonics-Tonarm berichte, hier Informationen zum Miniconic-System. Hersteller der Armkombination war eine Firma Euphonics in Chicago. Vertrieben wurde sie in Großbritannien von Elstone Electronics im mittelenglischen Leeds – wo dieser TD 124/II herstammt – und in Westdeutschland von Boyd & Haas. Der Kölner Importeur führte gegen Ende der 1960er Jahre noch weitere HiFi-Exoten wie den extravaganten britischen Hydraulic-Plattenspieler von Transcriptor im Programm.

Integrierte Abtastlösungen

„Will man von einem Abtastsystem ein Optimum an Qualität erreichen, muss man Tonabnehmer und Tonarm als Ganzes betrachten“, schreibt schon 1961 die Zeitschrift Funk-Technik. „Nur die sorgfältige Abstimmung beider Teile aufeinander ergibt beste Wiedergabequalität bei gleichzeitig höchster Plattenschonung.“ 1958 bringt Shure in den USA mit dem Dynetic-Tonarm das erste Produkt auf den Markt, das dieser Idee konsequent folgt. Auch in Großbritannien realisieren Hersteller das Prinzip eines Tonarms, an dem nur ein einziges, passgenaues System verwendet werden kann: Decca mit seinem berühmten ffss-Tonabnehmer an den Tonarmen Super Pick Up und Professional sowie der Schallplattenkonzern E.M.I. mit der heute ganz seltenen Armkombination EPU 100.

Das gleiche Konzept verfolgt auch das Tandem von Euphonics – mit einem entscheidenden Unterschied: Während Shure, Decca und E.M.I. für den Tonabnehmer die bekannten Arbeitsprinzipien Moving Magnet beziehungsweise Moving Iron nutzen, macht das Miniconic mit einem völlig neuen Wandlerkonzept Schlagzeilen. 1966 befasst sich das fono forum unter der Überschrift „Ein Tonabnehmer neuen Stils“ mit der US-Innovation auf vollen zweieinhalb Seiten.

„Nachdem die moderne Halbleitertechnik in den vergangenen Jahren die bisher gebräuchliche Elektronenröhre aus vielen Anwendungsgebieten verdrängt hat“, schreibt der nicht namentlich genannte Autor, „schickt sie sich nunmehr an, sich auf einem anderen Feld Einlass zu verschaffen. Dieses Feld wurde bisher ausschließlich von elektrodynamischen, magnetischen und piezoelektrischen Wandlern beherrscht. Den Konstrukteuren der Firma Euphonics in den USA ist es gelungen, mit der Entwicklung des neuen Halbleitersystems Miniconic die Vorteile aller drei Prinzipien zu vereinen, deren Nachteile jedoch zu vermeiden.“

Verwandt mit Kristallsystemen

Der Aufbau des Miniconic-Systems entspricht bis auf geringe Abweichungen dem Prinzip piezoelektrischer Tonabnehmer. Als Generator dient hier ein Silizium-Halbleiter-Steuerelement. Der extrem kleine und leichte Wandler ist direkt am Ende der Abtastnadel angebracht. Zur Verstärkung der abgegebenen Spannung sind in das System zwei Silizium-Halbleiter eingebaut. Die Bewegungen des Nadelträgers ziehen die Siliziumplättchen auseinander und drücken sie zusammen, so dass sich ihr elektrischer Widerstand ändert und die Plättchen den Strom einer externen Gleichstromquelle modulieren. Die Plättchen mit den Abmessungen 1,6 x 1,6 x 0,13 Millimeter sind kleiner als der Diamant des Nadelträgers.

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Technische Daten Euphonics Miniconic

Prinzip                                    Siliziumhalbleiter-Wandlerelement

Frequenzbereich                     0 – 50000 Hz ±2 dB

Kanaltrennung                       < – 25 dB

Systemgewicht                       2 Gramm

Nadelnachgiebigkeit              25 x 10-6 cm/dyn

Bewegte Masse                      0,6 Milligramm

Auflagekraft                          0,75 – 3 Gramm

Vertikaler Spurwinkel            15 Grad

Diamantnadel                         elliptisch 23 x 5 µ, sphärisch 13 µ

Ausgangsspannung                max. 80 mV bei 20 V Betriebsspannung (Speisestrom 10 mA)

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Vor- und Nachteile

Ein Vorteil der Konstruktion ist, dass die Abtastnadel aufgrund der großen Empfindlichkeit der Halbleiter nur wenig Energie liefern muss. Deshalb lässt sich das System für hohe Nadelnachgiebigkeit und sehr geringe Auflagekraft auslegen. Auch ist eine Phono-Entzerrung beim Miniconic nicht notwendig. Nachteil des Pickups ist, dass zum Betrieb eine Gleichspannung anliegen muss. Gleichzeitig mit dem System hat Euphonics deshalb ein externes Versorgungsteil PS 15-E entwickelt. Es erzeugt diese Spannung, verstärkt beide Signale und korrigiert die Phasenlage eines Kanals.

Der auffallend zierliche Tonarm mit der Bezeichnung TA-15 hat ein schlankes Rohr und einen schmalen, länglichen Kopf. Das gerade Armrohr misst gerade mal 6,3 mm im Durchmesser – so viel wie der Klinkenstecker eines Kopfhörers. Die notwendige Kröpfung erfolgt am Kopfanschluss. Das schwarze hintere Ende des Tonkopfs mit Fingergriff ist mit dem Armrohr fest verbunden. In diesen Kopf wird die elfenbeinfarbige Systemeinheit mit vier Kontaktstiften von vorn einfach eingesteckt.

Einen Lift hat der TA-15 nicht, ebenso kein Antiskating. In den Drehpunkten arbeiten viskositätsgedämpfte Miniaturkugellager. Die Lagerreibung beträgt horizontal lediglich 0,08 Gramm, in vertikaler Richtung sogar nur 0,06 Gramm. Die Auflagekraft zwischen 0,5 und 3 Pond erzeugt eine Feder, wobei deren Stellknopf rechts vom Sockel nicht kalibriert ist. Die Auflagekraft ist herstellerseitig auf etwas über ein Pond eingestellt.

Großer Erfolg war dem Miniconic trotz seines innovativen Ansatzes und positiver Eigenschaften nicht beschieden – wohl auch, weil der mir unbekannte Preis für die Tonarmkombination beträchtlich gewesen sein dürfte. Die Idee, für die Schallplattenabtastung ein völlig neues Prinzip anzuwenden, wurde aber weiter verfolgt. 1967 entwickelte Kenwood ein photoelektrisches Abtastsystem. Bekannter wurde in den frühen 1970er Jahren ein Modell ähnlicher Arbeitsweise von Toshiba. Grauhaarige HiFi-Veteranen erinnern sich noch an den markanten kugelrunden Tonkopf.

Wie sich die Miniconic-Kombination auf dem TD 124/II in der Praxis schlägt – darum geht es in meinem nächsten, abschließenden Bericht.

Hier nun, wie immer, ein paar spannende Bilder:


Beispiel einer weiteren Tonarm-Tonabnehmer-Kombination Shure Dynetic Tonarm M 222 auf Thorens TD 124
Beispiel einer weiteren Tonarm- Tonabnehmer-Kombination
Beispiel einer weiteren Tonarm- Tonabnehmer-Kombination

KONTAKT:

Verlag Joachim Bung

Stichelwiese 2 b 61389 Schmitten GERMANY

Tel. +49 (0)6084-3764 mail@joachim-bung.de

www.joachim-bung.de