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Besonderer Musik- und CD-Tipp: Minoriten Codex – Virtuose Violinsonaten aus Wien mit Nina Pohn

Die österreichische Geigerin Nina Pohn präsentiert hier auf Ihrer Debüt-CD sieben der Sonaten aus dem Codex 726 des „Wiener Minoritenkonvents“ (hier die Nummern 81 bis 87). Die Sonaten stellen bis auf die Nr. 82 und 87 sogar eine Ersteinspielung dar.

Der Begleittext des Videos sagt dazu folgendes:

„Als Autoren sind bei der Sonata Nr. 83 Johann Jakob Walther sowie bei der Sonata Nr. 84 Heinrich Ignaz Franz Biber genannt, die übrigen Sonaten sind anonym überliefert. Angesichts der herausragenden Rolle Bibers in der Geschichte der Violinskordatur ist bemerkenswert, dass in der Sonate Nr. 84 keine Skordatur vorgesehen ist – sie wird hier lediglich in den anonymen Sonaten Nr. 81 in A-Dur und Nr. 85 in a-Moll verlangt, wobei es sich um eine im 17. und 18. Jahrhundert häufige Form, a – e’ – a’ – e’’, handelt. Neben virtuoser Violintechnik und Skordatur ist es aber auch die Form der Sonaten, die beim heutigen Zuhörer Staunen hervorruft: Die Sonaten basieren allesamt auf einer Anreihung von kontrastierenden und unterschiedlich langen Abschnitten, wobei sich diese Kontraste sowohl auf die Satzweise (einstimmig vs. mehrstimmig bzw. homophon vs. kontrapunktisch) und/oder Takt sowie Tempo beziehen. Um die Bedeutung dieser besonderen Formbildung zu begreifen, ist es notwendig, die Musik jener Zeit im Einklang mit der Musikästhetik des 17. und 18. Jahrhunderts als „Abbildung“ menschlicher Emotionen bzw. „Affekte“ zu verstehen. Laut dem aus der Antike stammenden Nachahmungsprinzip waren in der Barockzeit alle Künste wie auch die Musik der Nachahmung der Natur verpflichtet. Diese konnte sich in der Musik entweder auf die tatsächliche „Natur“ wie Nachahmung diverser Tierstimmen oder Naturgeräusche (hier in der Sonata Nr. 83) oder eben auf die Nachahmung menschlicher Emotionen („Affekte“) beziehen. Die Aufnahmen fanden in der Kirche St. Anna in Steinbruch (Oberösterreich) statt. Die dortige einmanualige Orgel, erbaut 1726 vom Linzer Orgelbauer Josef Richter, eignet sich perfekt für diese Musik. Im Sinne der historischen Aufführungspraxis wurden vier der sieben Sonaten in tiefer Haltung, allerdings alle im Untergriff eingespielt.“

Unbedingt empfehlenswert!

https://www.youtube.com/channel/UC7_E2IE3OL-XbwhHpRUOONw

Weitere Produktionen:

Quelle Begleittext des Videos

https://vkjk.de/

Der Shop:

https://vkjk.de/artikelliste/kategorie/willkommen-in-unserem-shop-unsere-neuerscheinungen.html